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Britisch American Tobacco Manager fordern eine geringere Besteuerung ihrer neuen Rauchersatzprodukte. Die Argumentation: Schließlich seien sie weniger schädlich als die hoch besteuerten Tabakprodukte. Und außerdem würden ja schließlich die E-Zigaretten und Liquids nicht besteuert. Interessant bei der Sache ist allerdings, dass die neuartigen Tabakerhitzer bereits günstiger besteuert werden – nämlich nach den Steuersätzen für Pfeifentabak.

Die Tabaksteuer zu berechnen ist kompliziert. Es gibt einen festgesetzten Wert, auf den noch ein hoher Prozentanteil des Kleinverkaufspreises berechnet wird. Bei Pfeifentabak ist das etwas niedriger und bei Zigarren und Zigarillos noch niedriger. Reicht das nicht als Entgegenkommen? Schließlich macht sich das stark bemerkbar im Gewinn. Anscheinend nicht. Die Hersteller schieben hohe Kosten vor für die Forschung und Entwicklung der weniger schädlichen Tabakstäbchen.

Vielleicht ein anderer Grund ist, dass die klassische Zigarette weltweit zwar immer noch in großen Mengen gequalmt wird, aber sie ist angezählt. Die großen Hersteller werden seit vielen Jahren mit allerlei Hürden belegt. Nun ist die E-Zigarette am Kommen. Klassische Zigaretten sind auf lange Sicht gesehen, Auslaufmodelle. Daher bereiten sich die Tabakkonzerne offenbar schon jetzt auf die Zukunft vor. Die Stäbchen sind für sie eine Lösung. Durch die Besteuerung nach dem Steuersatz für Pfeifentabak werden die Hersteller schon zu 2/3 weniger belastet – umgekehrt heißt das, sie haben 2/3 mehr Einnahmen. Dass ihnen das nicht genügt, leuchtet ein. Wobei vermutet werden kann, dass der vorgeschobene Grund – die hohen Entwicklungs- und Forschungskosten – nicht ganz die Wahrheit ist. Vielleicht möchte die Branche dadurch ihre schwindenden Einnahmen auf Seite der Tabakzigarette wettmachen. Auch die derzeitige Gesetzeslage zur Tabakwerbung gefällt der Tabakindustrie nicht. Zumindest für die neuen Tabakerhitzer wünscht sie sich eine Änderung. Ralf Wittenberg von der Britisch American Tobacco argumentiert: „Es ist extrem wichtig, Innovationen den Menschen mitteilen zu können“.

Auf dem Zettel der neuen Bundesregierung steht bereits die Überprüfung der aktuellen Besteuerungsmodelle. Auch die Besteuerung für nikotinhaltige Liquids könnte ein Thema sein. Vielleicht überlegt sie sich ja auch die Sache mit der Werbung für Tabakstäbchen.

Quellen

https://www.welt.de/wirtschaft/article175293250/E-Zigaretten-BAT-Manager-fordert-Staatshilfe.html

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