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Keine Verifizierung der Ergebnisse einer früheren Studie

Bereits vor über einem Jahr veröffentlichte die Zeitschrift Environmental Science and Technology eine Studie über die Aldehydemissionen von E-Zigaretten. Hier wurde berichtet, dass diese aus dem thermischen Abbau von Aromastoffen stammen, nicht aus den flüssigen Hauptbestandteilen Propylenglykol und Glycerin. Die Studie ergab kaum nachweisbare Mengen an Aldehyden in nicht aromatisierten Flüssigkeiten, aber bis zu 10.000-fach höhere Mengen an Aldehyden in aromatisierten Proben.

Strittige Aldehydwerte

Damals hatten Nutzer mit Fachwissen bereits kommentiert, dass diese Ergebnisse früheren Studien zu Aldehydemissionen widersprachen. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht mit Überhitzung zusammenhingen, im Gegensatz zu anderen Studien, bei denen die Geräte stark überhitzt wurden. Wie Dr. Farsalinos dazu sagte: „Einer der faszinierenden Aspekte der Wissenschaft ist die Fähigkeit, die Ergebnisse einer Studie zu replizieren und somit zu bestätigen oder zu widerlegen.“ Damals gab es durchaus Interesse daran, den Ablauf mit exakt den verwendeten Liquids nachzustellen. Allerdings haben die Verfasser der Studie auf diesbezügliche Anfragen und Bitten um Informationen nicht reagiert. Auch der Herausgeber der Zeitschrift meldete sich nicht.

Der Hauptautor der Studie reagierte auf die Anmerkungen von Dr. Farsalinos recht ausfällig mit de Worten: „Man merkt Dr. Farsalinos an, dass (a) er bei der aktuellen Literatur nicht auf dem neuesten Stand ist und (b) unsere Studie nicht sorgfältig gelesen hat.“

Keine nachprüfbaren Ergebnisse

Wie bereits gesagt, sollte die Studie ja nachgestellt werden, daher wurden die Autoren um Angabe der Marken der getesteten Flüssigkeiten gebeten. Die verwendeten E-Zigaretten und deren Einstellungen wurden erwähnt, nicht aber die Marke(n) der Liquids. Leider wurden die Anfragen nie beantwortet, und die Studie wurde letztlich nur aufgrund eines Zufalls repliziert. Eines der in der Studie verwendeten Aromen, als „Dragon’s Café“ bezeichnet, ließ sich ausfindig machen, weil es nur eine einzige US-amerikanische Firma gibt, die ein aromatisiertes Liquid dieses Namens produziert. Weitere Aromen dieses Unternehmens wie in der ursprünglichen Studie getestet sind die drei Aromen mit den höchsten Aldehydwerten, nämlich Dragon’s Café, Wassermelone, Blaubeere. Die Liquids sind in Standardversion oder gesüßt erhältlich. Zieht man in Betracht, dass Süßstoffe unter Hitzeeinwirkung in Aldehyde umgewandelt werden können, sollten sowohl die Standard- als auch die gesüßten Versionen getestet werden. Die folgende Untersuchung wurde mit den gleichen Geräten und Leistungseinstellungen wie die ursprüngliche Studie repliziert, während zusätzlich ähnliche Aromen von einem anderen Hersteller und einer E-Zigaretten-Vorrichtung der neueren Generation getestet wurden.

Der Versuchsaufbau repliziert

Gleich zu Beginn stellte sich heraus, dass keine trockenen Züge bei irgendeiner der Flüssigkeiten festgestellt wurden. Dies bestätigte die ursprüngliche Einschätzung, wie sie von Dr. Farsalinos in einem ersten Kommentar und einem Leserbrief dokumentiert wurde. Die Ergebnisse waren insofern aufschlussreich, als sich ein sehr geringer Beitrag von Aromen zu Aldehydemissionen feststellen ließ. Tatsächlich waren die Aldehydgehalte so niedrig, dass der Verbrauch von 5 Gramm Flüssigkeit pro Tag die Dampfer weniger Formaldehyd und Acetaldehyd aussetzen würde, als einfach zu Hause zu bleiben und Luft zu atmen. Bei Acrolein war der Wert um vieles niedriger als die von NIOSH definierten empfohlenen Sicherheitsrichtwerte.

Um hier einen Eindruck von den Unterschieden in den Ergebnissen zu geben: die Autoren der ursprünglichen Studie fanden bis zu 7000 ug / g Formaldehyd, während Dr. Farsalinos ein Maximum von 62 ug / g registrierte.

Kein Einzelfall bei Studien zur E-Zigarette

Dies ist der dritte Versuchsnachbau dieser Art, der frühere Ergebnisse nicht bestätigen konnte. Hier sollte erwähnt werden, dass die Zeitschrift Environmental Science and Technology an zweien dieser replizierten Studien beteiligt war und drei Arbeiten veröffentlichte.

In einer kürzlich durchgeführten Überprüfung der Aldehydemissionen von E-Zigaretten hat Dr. Farsalinos bereits darauf hingewiesen, ungewöhnlich hohe Aldehydemissionen sollte nach Möglichkeit nachgeprüft werden. Es hat den Anschein, dass es hier methodische Probleme gibt, möglicherweise in Bezug auf falsch-positive Ergebnisse. Die Autoren der Aromastoff-Studie stellen nun fest, dass die Verwendung von E-Zigaretten den Aldehydgehalt in der ausgeatmeten Atemluft erhöht. Die Ergebnisse lassen sich nur begrenzt akzeptieren, wenn sie nicht unabhängig reproduziert werden können. Bereits veröffentlichte Studien belegen, dass der ausgeatmete Atem von Dampfern die gleiche Menge an Aldehyden aufweist wie bei Nichtrauchern. So sind wohl Bedenken angesichts derartiger Ergebnisse verständlich. Weitere Studien – und natürlich deren Replikation – sind hier auf jeden Fall zu begrüßen.

Quellen

http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/research/2018/262-flavors

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