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Summarisches Verbot des Online-Handels seit dem 1.Januar 2018

In Italien hat man beschlossen, dem Dampfen den Kampf anzusagen. Seit dem 1. Januar ist der Vertrieb von Liquids mit oder ohne Nikotin verboten. Die italienische Zoll- und Monopolverwaltung AAMS geht bereits Seiten nach, die sich nicht daran halten. Eine Konsequenz dieses Verbots ist, dass der Import von Substanzen zur Herstellung der Liquids, mit Ausnahme der Aromen, in Italien de facto zu einer Schmuggelware wird, geahndet mit Geld- und Haftstrafen. Eine durch und durch schizophrene Weltsicht, denn einerseits erhebt der italienische Staat eine Steuer von € 4 pro Fläschchen Liquid (ohne Mehrwertsteuer), andererseits beträgt die Steuer auf eine Packung von 20 Zigaretten nur 77cts für das British American Tobacco Glo Gerät und 1 € 27 für die 20er Zigarettenpackung für Philip Morris Iqos. Die Dampfbesteuerung wird sich unvermeidlich auf die Preise der Liquids niederschlagen.

Überdies wird sich das Vertriebsnetz nun auf autorisierte Verkaufsstellen beschränken. Die Verbindung von hohen Steuern und starker Reduktion des Wettbewerbs wird steigende Preise nach sich ziehen.

Der Zugang zur Dampfe für Raucher, die es mit der E-Zigarette versuchen wollen, wird stark eingeschränkt und zwangsläufig komplizierter. Der italienische Staat verbaut den Abhängigen einen bewährten Fluchtweg aus dem Zigarettenkonsum und erweist der Gesundheit der Verbraucher einen Bärendienst. Wie die italienische Anti-Rauch Liga LIAF konstatiert, handelt es sich um ein Thema, das „auf unerträgliche Weise unbemerkt geblieben ist“.

Die milden Steuern auf den Dampfzigaretten schlagen nicht so sehr auf dem Geldbeutel der Verbraucher zu Buche. Ein Angleichen der Preise dieser Artikel ist die kommerzielle Strategie von Big Tobacco weltweit. So werden in der Schweiz die Zigaretten von Iqos zum selben Preis wie herkömmliche Zigaretten verkauft. So ganz nebenbei fahren die Tabak-Konzerne also noch erheblich erhöhte Profite ein.

Eine von langer Hand geplante Strategie

Philip Morris hat diese Strategie seit langem vorbereitet. Die italienischen Beschlüsse folgen ganz den Richtlinien, die das Unternehmen seit 2014 verfolgt. Interne Papiere des Tabakriesen unter dem Titel „Reduced Risk Products Briefing“, die am 18.Dezember von Reuters veröffentlicht wurden, belegen, dass Philip Morris nachfüllbare Dampfprodukte ablehnt, unter anderem weil sie nicht abhängig machen und keine ausreichenden Gewinne erwirtschaften. Außerdem möchte der Konzern seine Vertriebsnetze – etwa die italienischen Tabakhändler – dadurch schützen, dass E-Zigaretten nur im Tabakhandel angeboten werden dürfen. Gleichzeitig arbeitet Philip Morris perfiderweise daran, die Iqos ausdrücklich nicht als Zigarette zu etablieren und sich damit von dem Korsett zu befreien, dass anderen Produkten aufgezwungen wird!

Iqos-Fabriken in Italien

Die Einrichtung zweier Fabriken für die Herstellung der Iqos in Italien war vermutlich das Incentive, mit dessen Hilfe man die italienische Regierung motiviert hat, die neuen Erlasse zu verabschieden.

Und wie geht es weiter?

Der Druck auf italienische Dampfer nimmt zu. Der Fernverkauf von Liquids, ob mit oder ohne Nikotin, an einen in Italien ansässigen Einwohner über das Internet ist seit dem 1. Januar verboten. Eine erste Liste von für illegal erklärten Websites wurde bereits von der AAMS veröffentlicht. Abgesehen von den kommerziellen Standorten bedeutet dieses Verbot, dass das Einführen von dampfenden Flüssigkeiten nach Italien wie das Schmuggeln von Tabakerzeugnissen betrachtet wird.

Agenzia delle Dogane e dei Monopoli (Zoll- und Monopolverwaltung)

1. altsmoke.com 2. e-liquid-eliquidi.com 3. liquidisigaretta-elettronica.com 4. www.cremedevape.com 5. www.ecigg.org 6. www.ecigwizard.com 7. www.empiremods.com 8. www.fumomeglio.it 9. www.ivapour.co.uk 10. www.provarifuel.com 11. www.svapami.it 12. www.svapatore.com 13. www.svapoeliquid.it 14. www.svapofarm.com 15. www.svapolibero.shop 16. www.theecig.com 17. www.want2vape.com

Initiativen für 2018

Dampfen wird in Italien vermutlich zu einem Privileg werden, und erst recht der Versuch, mit Hilfe der Dampfe das Rauchen aufzugeben. Dies ist der Situation in der Schweiz nicht unähnlich. Auch in Italien zeichnen sich Klagen ab. „Das Fehlen einer Abwärtsrevision der Besteuerung und der Haftung auf das Vertriebsnetz des Monopols könnte eine Reihe von Streitigkeiten und Einsprüche einleiten, die innerhalb weniger Jahre Folgen haben können“, sagt Stefano Caliciuri in einem Artikel des SigMagazine.

Für die Dampfer in Italien steht damit zunächst eine lange Durststrecke bevor. Besonders gravierend ist dabei, dass all denen, die aus Gesundheitsgründen umsteigen wollen oder müssen, der Ausstieg aus dem Zigarettenkonsum auf diese Weise drastisch erschwert wird.

Quellen:

– http://vapolitique.blogspot.de/2018/01/taxes-en-italie-4-pour-10-ml-de-liquide.html (französisch) – https://www.agenziadoganemonopoli.gov.it/ (italienisch) – https://www.reuters.com/investigates/section/pmi/ (englisch) – https://www.theguardian.com/business/2016/nov/30/philip-morris-stop-selling-cigarettes-alternative-iqos (englisch) – https://www.theverge.com/2017/11/16/16658358/vape-lobby-vaping-health-risks-nicotine-big-tobacco-marketing (englisch) – http://www.meteoweb.eu/foto/inaugurato-il-nuovo-stabilimento-philip-morris-a-valsamoggia-la-piu-grande-fabbrica-italiana-degli-ultimi-20-anni-gallery/id/751567/#1 (italienisch) – https://www.wired.it/economia/business/2017/07/20/grande-fabbrica-tabacco-italia/ (italienisch) – https://www.iqositalia.it/estero/ (italienisch)

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