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Mit Tabak-Sticks wollen die Großkonzerne der Tabakindustrie gegen den Vormarsch der E-Zigarette antreten und so ihre Umsatzeinbußen kompensieren. Das Konzept: Die Tabakröllchen werden nicht verbrannt, sondern elektrisch erhitzt. Das, so Philip Morris und Co., soll weniger gesundheitsschädlich sein. Auch British American Tobacco und die Japan Tobacco International bieten die sogenannten Lifestyle-Zigaretten jetzt an.

Mängel bei ersten Tests

Das Blaue Kreuz in Bern hat nun die IQOS samt Tabak-Sticks einer genaueren Untersuchung unterzogen und ein Forschungsinstitut damit beauftragt, die IQOS Heatsticks zu testen. Die Ergebnisse sind besorgniserregend – die Filterelemente der Heatsticks schmelzen teilweise bei der Anwendung. Um einen technischen Defekt an einem einzelnen Gerät auszuschließen, wurde der Test mit mehreren IQOS-Geräten wiederholt, immer mit demselben Resultat.

Gesundheitsschäden durch schmelzende Filter?

Nicht nur das Blaue Kreuz, auch die User sind verunsichert, denn die schadhaften Filter werfen Fragen nach möglichen Konsequenzen für die Gesundheit auf. Beim Blauen Kreuz wollte man der Sache wirklich auf den Grund gehen und hat deswegen auch unbenutzte Filterelemente analysieren lassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Filter den Kunststoff PLA enthalten. Das Kürzel steht für Polylactid – die Substanz steht im Verdacht, bei Inhalieren sogar das Lungengewebe durchdringen zu können. So kann PLA letztlich in den Blutkreislauf und sogar in innere Organe gelangen. Die PLA-Werte beim Konsum von Tabak-Sticks wurden allerdings noch nicht untersucht. Das Blaue Kreuz möchte daher noch keine Kommentare dazu abgeben, ob der Konsum von Heatsticks gesundheitsschädlich sei.

Was hat der Kunststoff im Filter zu suchen?

Für die Freunde alternativer Genussmittel wie der E-Zigarette stellt sich allerdings die Frage, wieso die Filterelemente überhaupt mit diesem Kunststoff verarbeitet sein müssen. Hier wären umfangreichere Tests durch unabhängige Forschungsinstitute sicherlich angebracht. Allerdings lässt sich schon jetzt sagen, dass die Lifestyle-Zigaretten von ihrem ganzen Konzept her sicherlich mit der E-Zigarette nicht mithalten können, vor allem, wenn man teilweise oder ausschließlich Liquids ohne Nikotin verdampft. Den Tabakgiganten geht es letztlich darum, weiterhin Tabak an den Raucher zu bringen und so ihr Überleben zu sichern.

Philip Morris bestreitet jeden Verdacht

Der Tabakriese gibt an, die IQOS sei bei sachgemäßem Gebrauch vollkommen unbedenklich und im Vorfeld ausgiebig getestet worden. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, „unsere Untersuchung [habe] keine toxikologisch problematischen Substanzen identifiziert. Die Filterfolie hat demnach keinen Einfluss auf den Tabakdampf, der von einem Iqos-Konsumenten inhaliert wird.“ Das Unternehmen preist die Lifestyle-Zigarette trotz des Biopolymers in der Filterfolie nach wie vor als „gesündere“ Alternative zur herkömmlichen Zigarette an.

 

Quellen

http://www.20min.ch/finance/news/story/19510958

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